Kurzantwort: Der Schlauchliner ist die schonendste Methode zur Rohrsanierung. Er wird von innen in das beschädigte Rohr eingebracht und aushärtet dort - ohne Aufgraben, ohne Baustelle im Haus.
Was versteht man unter grabeloser Rohrsanierung?
Beim Inliner-Verfahren - auch Schlauchliner oder Relining genannt - wird ein mit Kunstharz getränkter Filzschlauch in das beschädigte Rohr eingezogen. Nach dem Aushärten bildet er ein neues, glattes Innenrohr, das dicht und langlebig ist. Das Rohr muss dafür weder ausgegraben noch aufgebrochen werden.
Gerade in Berlin, wo Altbauten mit tief verlegten Grundleitungen unter Pflasterhöfen und Kellern die Norm sind, spart diese Methode erhebliche Kosten und Nerven.
Wann ist der Inliner die bessere Wahl?
Der Schlauchliner eignet sich, wenn das Rohr zwar geschädigt, aber noch formstabil ist. Typische Situationen:
- Risse und Haarrisse im Rohrmantel, die zu Undichtigkeiten führen.
- Eingewachsene Wurzeln, die nach Frästarbeiten eine Schutzschicht brauchen.
- Versätze im Rohr, die noch nicht vollständig verrutscht sind.
- Sanierung unter Gebäuden, Terrassen oder befestigten Flächen, wo Aufgraben sehr aufwendig wäre.
Nicht geeignet ist das Verfahren bei vollständig gebrochenen Rohren oder wenn der Querschnitt des Rohrs zu sehr verengt ist, um den Liner einzubringen.
Ablauf der Inliner-Sanierung
- Kamerainspektion: Zunächst wird das Rohr mit einer Fahrkamera befahren, um den Schadensbefund zu dokumentieren.
- Hochdruckreinigung: Das Rohr wird gründlich gespült und von Ablagerungen befreit.
- Fräsarbeiten: Wurzeln oder starke Incrusts werden mechanisch entfernt.
- Linereinfuhr: Der mit Harz getränkte Schlauch wird in das Rohr eingezogen und mit Druckluft oder Wasserdampf gegen die Rohrwand gedrückt.
- Aushärtung: Je nach Verfahren (UV-Licht oder Wärme) härtet der Liner in einigen Stunden aus.
- Abschlusskontrolle: Eine weitere Kamerafahrt bestätigt den Sitz und die Dichtheit des Liners.
Vergleich: Inliner versus Rohraustausch
Ein vollständiger Rohraustausch erfordert oft das Aufbrechen von Estrich, Pflaster oder Außenflächen. Die Bauzeit beträgt Tage, der Schmutz ist erheblich und die Folgekosten für Wiederherstellung der Oberfläche sind hoch. Der Inliner ist zwar in der reinen Materialleistung oft etwas teurer, spart aber fast immer die Kosten für Erdarbeiten, Abtransport und Wiederherstellung - in der Summe deutlich günstiger.
Kosten und Haltbarkeit
Die Kosten für eine Inliner-Sanierung hängen vom Rohrdurchmesser, der Länge des zu sanierenden Abschnitts und dem Zugang ab. Richtwerte liegen bei mehreren Hundert bis einigen Tausend Euro je nach Umfang. Ein fachgerecht eingebrachter Schlauchliner hält Jahrzehnte und ist in der Regel mit Garantien abgesichert. Lassen Sie sich den Liner-Typ und die Harzqualität vom Fachbetrieb bestätigen.
Was Sie vor der Beauftragung klären sollten
- Liegt ein aktueller Kamerabefund vor, auf dem die Schadensart erkennbar ist?
- Ist der Rohrdurchmesser für das Linersystem des Betriebs geeignet?
- Werden Seiteneinläufe nach der Sanierung wieder geöffnet?
- Gibt es eine schriftliche Garantie auf Dichtheit?
Für Berliner Gebäude mit Rohren aus der Vorkriegszeit oder der DDR-Ära ist das Inliner-Verfahren oft die wirtschaftlichste Lösung - ohne Baustelle, ohne Lärm, mit einer neuen Rohrhülle für Jahrzehnte.