Kurzantwort: Ein Festpreis gibt Kostensicherheit und ist für klar beschreibbare Aufgaben vorzuziehen. Der Stundenlohn kann bei schneller Behebung günstiger sein, birgt aber das Risiko unkontrollierter Kosten. Lassen Sie beides schriftlich bestätigen, bevor der Monteur anfängt.
Was bedeuten Festpreis und Stundenlohn?
Beim Festpreis zahlen Sie unabhängig vom tatsächlichen Zeitaufwand einen vorab vereinbarten Betrag. Der Fachbetrieb trägt das Risiko, falls die Arbeit länger dauert als kalkuliert. Das ist für Sie als Auftraggeber die planbarste Lösung.
Beim Stundenlohn (auch Regielohn) wird nach tatsächlichem Zeitaufwand abgerechnet, oft zuzüglich Materialkosten und Anfahrt. Dauert die Arbeit kürzer als erwartet, zahlen Sie weniger - dauert sie länger, zahlen Sie mehr.
Wann ist ein Festpreis sinnvoll?
Ein Festpreis eignet sich, wenn die Aufgabe klar umrissen ist. Beispiele:
- Entstopfung eines einzelnen Abflusses (Waschbecken, Dusche, WC)
- Hochdruckspülung einer Hausleitung bekannter Länge
- Kamerabefahrung für einen bestimmten Rohrabschnitt
Wenn der Fachbetrieb genug Informationen hat, um den Aufwand einzuschätzen, wird er einen Festpreis anbieten. Seriöse Betriebe tun das bereits am Telefon nach einer kurzen Schilderung des Problems.
Wann ist der Stundenlohn die ehrlichere Option?
Bei unklarer Ausgangslage - wenn unklar ist, wo eine Verstopfung sitzt, wie weit sie im Rohr steckt oder wie viele Abschnitte betroffen sind - ist ein Stundenlohn manchmal die realistischere Abrechnungsform. Ein Festpreis in solchen Fällen setzt entweder einen Aufschlag für das Risiko des Betriebs voraus oder enthält versteckte Klauseln, nach denen bei Mehraufwand nachberechnet werden darf.
Typische Kostenfallen
- Zu niedriger Lockpreis: Manche Anbieter werben mit sehr niedrigen Einstiegspreisen, die nur Basisleistungen enthalten. Anfahrt, Materialien und Zusatzarbeiten kommen separat. Vergleichen Sie immer den Gesamtpreis.
- Fehlende Schriftlichkeit: Mündliche Zusagen reichen nicht. Bestehen Sie auf einem schriftlichen Angebot oder einer Auftragsbestätigung mit Preisangabe.
- Stundensatz ohne Deckelung: Beim Stundenlohn ohne vereinbarte Obergrenze können bei unerwarteten Problemen sehr hohe Rechnungen entstehen. Vereinbaren Sie einen maximalen Betrag.
- Angebliche Folgeschäden: Unseriöse Betriebe entdecken plötzlich dringende Zusatzprobleme, die sofort teuer behoben werden müssen. Holen Sie bei Unsicherheit eine zweite Meinung ein.
Was Sie vor der Beauftragung klären sollten
- Problem genau schildern: Welcher Abfluss? Wie oft? Schon probiert, selbst zu lösen?
- Festpreis oder Stundenabrechnung explizit erfragen.
- Anfahrtskosten und Materialzuschläge erfragen.
- Schriftliche Bestätigung des Angebots verlangen - per E-Mail, SMS oder Auftragsnummer.
- Bei Notsituation nach dem Notdienstzuschlag fragen - er ist berechtigt, sollte aber klar benannt werden.
Fazit
Wer in Berlin einen Rohrreiniger beauftragen will, sollte die Abrechnungsform bereits am Telefon klären. Ein klar formulierter Festpreis mit Leistungsbeschreibung ist für die meisten Standardfälle die beste Wahl. Kein seriöser Betrieb hat ein Problem damit, den Preis schriftlich zu bestätigen.