Kurzantwort: Eine Rohrkamera-Inspektion lohnt sich immer dann, wenn die Ursache einer Verstopfung oder eines Schadens unklar ist. Die Kamera zeigt in Echtzeit, was im Rohr steckt - ohne Aufgraben und ohne Raten.
Was ist eine Rohrkamera-Inspektion?
Bei der Rohrkamera-Inspektion schiebt ein Fachbetrieb eine flexible Kamera in das Abflussrohr oder den Kanal. Die Kamera ubertraegt ein Live-Bild auf einen Monitor und zeichnet den Befund meist als Video auf. So sieht der Monteur genau, wo eine Verstopfung sitzt, ob ein Rohr gebrochen ist oder ob sich Wurzeln eingedrungen sind.
In Berlin sind viele Gebäude Jahrzehnte alt. Gusseisen- und Betonrohre aus der Vorwendezeit zeigen oft Risse, Versätze und Inkrustierungen, die von außen nicht erkennbar sind. Die Kamera macht diese Mängel sichtbar, bevor sie zum ernsten Problem werden.
Wann ist eine Kamerabefahrung sinnvoll?
- Wiederkehrende Verstopfungen: Wenn ein Abfluss trotz Reinigung immer wieder verstopft, liegt oft ein struktureller Schaden vor.
- Kauf oder Verkauf einer Immobilie: Eine Inspektion schützt vor bösen Überraschungen nach dem Eigentumsübergang.
- Nach einem Wasserschaden: Um zu prüfen, ob Rohre dabei beschädigt wurden.
- Unangenehme Gerüche ohne erkennbare Ursache: Risse oder Brüche lassen Faulgase entweichen.
- Geplante Sanierung: Bevor ein Inliner oder eine Reparatur angesetzt wird, muss der Zustand dokumentiert sein.
Ablauf der Inspektion
- Der Fachbetrieb reinigt das Rohr zunächst mit einem Hochdruckspüler, damit die Kamera ein klares Bild liefert.
- Die selbstfahrende Kamera oder ein Schubsystem wird in den Zugang eingeführt.
- Befunde werden mit Meter-Angabe protokolliert - Risse, Ablagerungen, Wurzeln, Versätze.
- Sie erhalten einen schriftlichen Bericht mit Videoaufzeichnung und Empfehlung für weitere Maßnahmen.
Was findet die Kamera?
Die Kamera zeigt Ablagerungen aus Fett, Kalk und Seifenresten, eingewachsene Baumwurzeln, gebrochene oder verschobene Rohrabschnitte, fehlerhafte Einläufe sowie Korrosion. Gerade in Berliner Altbauten sind Versätze zwischen alten und nachträglich eingebauten Rohrabschnitten häufig.
Kosten der Rohrkamera-Inspektion
Die Kosten hängen von der Länge und dem Durchmesser des zu befahrenden Rohrs ab. Für eine einfache Inspektion eines Hausanschlusses sind Preise zwischen 150 und 400 Euro üblich. Grundleitungen mit größerem Umfang kosten entsprechend mehr. Viele Betriebe bieten Pakete an, bei denen Reinigung und Inspektion kombiniert werden.
Worauf Sie bei der Angebotsanfrage achten sollten
- Festpreis oder Stundensatz klar vereinbaren.
- Videoprotokoll als Teil der Leistung bestätigen lassen.
- Fragen, ob das Rohr vor der Befahrung gereinigt wird - sonst ist das Bild trüb.
Fazit
Wer in Berlin ein älteres Gebäude besitzt oder bewohnt und wiederholt Probleme mit dem Abfluss hat, sollte nicht auf gut Glück reinigen lassen. Eine Rohrkamera-Inspektion schafft Klarheit, spart langfristig Geld und verhindert, dass ein kleiner Riss zum teuren Wasserschaden wird.