Legionellen sind Bakterien, die in stehendem, lauwarmem Wasser wachsen. Beim Einatmen vernebelten Wassers - etwa beim Duschen - können sie die ernste Legionärskrankheit auslösen. In Berlin besteht für Vermieter bestimmter Gebäude eine gesetzliche Untersuchungspflicht.
Wie entstehen Legionellen im Leitungssystem?
Das größte Risiko entsteht, wenn Warmwasser zwischen 25 und 50 Grad Celsius steht und sich nicht bewegt. Typische Gefahrenstellen:
- Selten genutzte Leitungsabschnitte (z.B. in leerstehenden Berliner Wohnungen)
- Warmwasserspeicher mit zu niedriger Betriebstemperatur
- Tote Leitungsenden ohne Durchfluss
- Schlecht isolierte Warmwasserleitungen, die auskühlen
Wer muss in Berlin testen lassen?
Nach der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) sind Betreiber von Großanlagen zur Trinkwassererwärmung zur regelmäßigen Untersuchung verpflichtet. Das betrifft Wohnhäuser in Berlin, wenn die Anlage mehr als 400 Liter Speichervolumen oder mehr als 3 Liter Inhalt in einzelnen Rohrleitungen hat und das Wasser an Dritte abgegeben wird. Einfamilienhäuser sind in der Regel ausgenommen.
Was kann man vorbeugend tun?
- Warmwasser auf mindestens 60 Grad halten: Bei dieser Temperatur werden Legionellen innerhalb von Minuten abgetötet.
- Regelmäßigen Durchfluss sicherstellen: Selten genutzte Wasserstellen wöchentlich für einige Minuten aufdrehen.
- Rohre richtig dämmen: Warmwasserleitungen isolieren, damit kein Abkühlen unter 55 Grad stattfindet.
- Fachbetrieb beauftragen: Bei positivem Befund oder verdächtigem System einen in Berlin zugelassenen Installateur hinzuziehen.
Was tun bei einem positiven Legionellenbefund?
Bei einem Befund über dem Maßnahmen- oder Alarmwert muss der Betreiber sofort handeln: Nutzer informieren, Duschen sperren und eine Sanierung durch einen zertifizierten Fachbetrieb einleiten. Das Berliner Gesundheitsamt ist einzuschalten. Eine thermische Desinfektion oder Chlorung durch Fachleute ist der übliche Weg.
Häufige Fragen
Kann ich selbst einen Legionellentest durchführen?
Wasserproben für Legionellentests müssen von einem akkreditierten Labor untersucht werden. Die Probenahme sollte durch geschultes Personal erfolgen, damit das Ergebnis rechtlich verwertbar ist.
Sind Legionellen durch normales Trinken von Wasser gefährlich?
Nein. Die Ansteckung erfolgt nicht durch Schlucken, sondern durch das Einatmen feinster Wassertröpfchen (Aerosole), wie beim Duschen oder mit Befeuchtungsanlagen.
Wie hoch sind die Kosten für eine Legionellenprüfung in Berlin?
Für eine einfache Untersuchung einer Anlage können ca. 150 bis 400 Euro anfallen - abhängig von Anzahl der Probenahmestellen und gewähltem Labor. Preise variieren.