Eine verstopfte Drainage zeigt sich meist durch dauerhaft nasse Stellen im Garten, Pfützen nach Regen, die tagelang nicht verschwinden, oder Wasser, das sich im Kellerlichtschacht ansammelt. In Berlin, wo viele Grundstücke mit lehmigem Boden und alten Drainagesystemen zu kämpfen haben, ist das kein seltenes Problem.
Warum verstopft eine Drainage?
- Erdreich und Feinsediment - Schlämmkorn drückt sich mit der Zeit durch das Vlies oder in perforierte Rohre.
- Wurzeleinwuchs - Baumwurzeln suchen aktiv Wasser und wachsen in Drainagerohre hinein.
- Zusammengedrückte oder gebrochene Rohre - Bei älteren Anlagen können Rohre durch Frostschäden oder Setzungen verformt sein.
- Vermoosung und organische Ablagerungen - Laub und Moos blockieren Einlaufschächte und Drainagematten.
Drainage selbst reinigen - so vorgehen
- Reinigungsschächte lokalisieren - Moderne Drainageanlagen haben Inspektions- oder Reinigungsschächte (meist grüne oder graue Kunststoffdeckel in Bodennähe). Deckel öffnen und Zustand prüfen.
- Grobe Ablagerungen entfernen - Mit einem Schöpfkescher oder Handschuhen Laub, Schlamm und Sediment aus dem Schacht herausschöpfen.
- Spirale oder Drainagespüllanze einführen - Eine flexible Drainagespirale vom Schacht aus in Fließrichtung einführen und mit Drehbewegungen vorarbeiten. Alternativ einen Gartenschlauch mit starkem Wasserstrahl einsetzen (Kanalspülung einfach).
- Mit Wasser nachspülen - Aus einem höhergelegenen Schacht kräftig Wasser durchlaufen lassen und prüfen, ob es am tiefer gelegenen Schacht abfließt.
- Einlaufschächte und Sickerkörbe reinigen - Korb herausnehmen, unter fließendem Wasser abspülen und wieder einsetzen.
Wann ist Profihilfe nötig?
Bei Wurzeleinwuchs, gebrochenen Rohren oder wenn nach der Reinigung das Wasser immer noch steht, hilft nur eine Kamerainspektion. In Berlin bieten spezialisierte Rohrreinigungsbetriebe Hochdruck-Kanalspülung und TV-Inspektion an. Die Kosten variieren je nach Rohrlänge und Aufwand erheblich.
Häufige Fragen
Wie erkenne ich, ob meine Drainage noch funktioniert?
Nach einem starken Regenguss im Berliner Sommer sollte das Wasser innerhalb von zwei bis vier Stunden im Boden versickern. Bleibt die Fläche deutlich länger nass, ist die Drainage beeinträchtigt.
Kann ich eine neue Drainage selbst verlegen?
Das ist grundsätzlich möglich, erfordert aber Planung (Gefälle mindestens 0,5 Prozent), das richtige Material (Kiesbett, Filtervlies, Drainagerohr) und körperlichen Einsatz. Für größere Flächen empfiehlt sich eine Fachfirma.
Wer ist in Berlin für die Grundstücksdrainage zuständig?
Drainagen auf dem eigenen Grundstück liegen in der Verantwortung des Eigentümers. Entwässerungsanlagen, die an das öffentliche Netz angebunden sind, müssen die Anschlussbedingungen der Berliner Wasserbetriebe erfüllen.