Chemische Rohrreiniger sind schnell zur Hand, aber sie belasten die Berliner Kanalisation, können Dichtungen angreifen und sind in Haushalten mit Kindern und Haustieren ein Risiko. Die gute Nachricht: Viele Verstopfungen lassen sich ebenso wirksam ohne Chemie beheben.
Methode 1: Natron und Essig
Diese Kombination schäumt und löst organische Ablagerungen wie Fett und Seifenreste:
- Abfluss trockenhalten - so viel stehendes Wasser wie möglich entfernen.
- Vier bis fünf Esslöffel Natron (Backpulver geht notfalls auch) in den Abfluss schütten.
- Sofort einen halben Becher weißen Haushaltsessig (oder Essigessenz verdünnt) hinterher gießen.
- Abfluss mit einem feuchten Tuch abdecken, damit die Reaktion im Rohr bleibt.
- Nach 20 bis 30 Minuten mit reichlich kochendem Wasser nachspülen.
Den Vorgang ruhig zweimal wiederholen, wenn der erste Durchgang nicht voll wirkt.
Methode 2: Saugglocke (Pümpel)
Der Klassiker unter den mechanischen Helfer. Den Überlauf im Waschbecken oder der Wanne mit einem feuchten Lappen abdichten, damit der Unterdruck vollständig auf die Verstopfung wirkt. Dann kräftig auf- und abpumpen - mindestens zehn bis fünfzehn Hübe ohne Unterbrechung.
Methode 3: Rohrspirale
Für hartnäckige Verstopfungen, die Natron und Pümpel nicht lösen. Siphon abschrauben, Spirale einführen und mit Drehbewegungen vorarbeiten. Material, das an der Spirale hängenbleibt, herausziehen. Abschließend mit heißem Wasser spülen.
Methode 4: Heißes Wasser allein
Reine Fettablagerungen - zum Beispiel in der Küchenspüle nach dem Abwaschen - reagieren oft schon auf einen kräftigen Schwall sehr heißen Wassers. Bei Kunststoffrohren sollte das Wasser nicht kochen (max. ca. 80 °C), um Verbindungen nicht zu lösen.
Warum auf Chemie verzichten?
Berliner Kläranlagen filtern zwar viele Schadstoffe heraus, aber Natronlauge und Salzsäure aus Rohrfrei-Produkten belasten das System. Außerdem greifen sie bei häufiger Anwendung ältere Leitungen aus Guss oder Blei an, wie sie in manchen Berliner Altbauten noch vorkommen.
Häufige Fragen
Wie oft kann ich Natron und Essig einsetzen?
Diese Methode ist sanft und kann bedenkenlos einmal pro Monat zur Vorbeugung genutzt werden. Sie schadet weder Leitungen noch Dichtungen.
Hilft Spülmittel im Abfluss?
Spülmittel löst Fettbeläge an Rohrwandungen, wenn heißes Wasser nachgespült wird. Als alleinige Methode bei einer echten Verstopfung reicht es meist nicht, kann aber als erste Maßnahme versucht werden.
Wann führt kein Weg am Fachmann vorbei?
Wenn alle Methoden versagen, mehrere Abflüsse gleichzeitig betroffen sind oder unangenehme Gerüche aus mehreren Öffnungen kommen, deutet das auf ein Problem im Hauptstrang hin. Dann ist eine professionelle Kamerainspektion der sinnvollste nächste Schritt.